Proaktives Risikomanagement für Pipeline-Integrität nutzen

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Proaktives Risikomanagement für Pipeline-Integrität nutzen

Fri, 06/14/2019 - 12:52
Rosen
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Risikomanagement ist ein grundlegender Baustein des Pipeline-Integritäts-Managementprozesses. Risikomanagement umfasst dabei nicht nur die Abschätzung von Risikoprofilen und den Abgleich mit tolerierbaren Kriterien, sondern auch die effektive Beurteilung und Umsetzung der Maßnahmen zur Risikobehandlung. Die Durchführung von Risikobeurteilungen kann Betreibern und Ingenieuren zu einem besseren Verständnis solch kritischer Punkte verhelfen wie:

  • welche Bedrohungen wahrscheinlich gefährlicher für die Integrität der Pipeline sind,
  • welche Bereiche der Pipeline anfälliger für Versagen aufgrund aktiver Bedrohungen sind, und
  • wie sich im Versagensfall das freigesetzte Medium wahrscheinlich verteilt und möglicherweise kritische Rezeptoren beeinträchtigt.

Dank proaktivem statt reaktivem Risikomanagement dürften Betreiber in der Lage sein, früh genug Präventions- und Minderungsmaßnahmen zu ergreifen, um ein Versagen der Pipeline zu verhindern. Zudem würde eine proaktive/präventive Strategie eine effektive Ressourcennutzung für die Optimierung der Wartungspläne zulassen. Um solche Bewertungen zu ermöglichen, ist ein effektives Risikomodell erforderlich, weshalb sich die Anstrengungen auf die Modellierung und Abschätzung des Risikos eines Pipelineversagens in quantitativer Hinsicht richten. Solche Modelle können äußerst komplex und detailliert sein und Datenintegration in großem Umfang erfordern; zudem müssen sie Risikofaktoren schlüssig und transparent generieren, um eine effektive Entscheidungsfindung zu unterstützen.

ROSENs Quantitatives Pipeline-Risikobeurteilungsmodell (engl. Quantitative Pipeline Risk Assessment Model – QPRAM) wurde im Hinblick auf die mit der Identifizierung und Beurteilung von Risikofaktoren verbundenen Erwartungen und Herausforderungen entwickelt. QPRAM verbindet Wahrscheinlichkeit, Folgen, und Risikoelemente in einem modularen Rahmen und erlaubt so die Schaffung kundenspezifischer Modelle, welche die Besonderheiten der Anwendung wie Pipeline-Standort, Medienart, Datenverfügbarkeit und erforderliches Komplexitätsniveau widerspiegeln.

Diese Abhandlung beschreibt, wie die QPRAM-Methodik in Zusammenarbeit mit einem europäischen Gaspipeline-Betreiber entwickelt und umgesetzt wurde. Ein kundenspezifisches Risikomodell wurde zusammen mit dem Betreiber aufgesetzt, um die mit der Betriebsumgebung verbundenen spezifischen Bedingungen und Herausforderungen, bekannten Gefahren sowie Datenverfügbarkeit und -qualität wiederzugeben. Das Modell liefert essentielle Risikofaktoren mit hochauflösenden Intervallen entlang der Trassen und wurde anhand realer Daten kalibriert, um zu gewährleisten, dass die resultierenden Risikoprofile die Gefahren und Betriebserfahrungen in der Region widerspiegeln.

Die Integration der Pipeline-Daten und die Umsetzung der QPRAM erfolgt mit der ROSEN Asset Integrity Management Software (ROAIMS) Suite. So kann der Betreiber das Risiko der Pipelines in seinem Netz bestimmen und vergleichen, aktive Bedrohungen für Pipelines erkennen, sich auf Bereiche mit erhöhtem Risiko konzentrieren und die Vorteile präventiver Risikominderungsmaßnahmen beurteilen. Die Verwaltung von Daten und Beurteilungen in einer Suite bietet die zusätzlichen Vorteile von Durchgängigkeit und Rückverfolgbarkeit.

Nach Abschluss der Risikobeurteilungen werden Präventiv- und Schadensminderungsmaßnahmen zusammen mit anderen Integritätsbeurteilungen wie z.B. Gebrauchstauglichkeitsbeurteilungen analysiert, um einen Gesamt-Integritätsmanagementplan zu erarbeiten, der den Betreibern Orientierung darüber gibt, was wo und wann zu tun ist, um einen proaktiven Ansatz für die Pipeline-Integrität zu gewährleisten.

 

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